Kostenorientierung:
Hier strebt das Bauunternehmen eine umfassende Kostenführerschaft an. Ziel ist es, die Gesamtherstellungskosten je Quadratmeter zu senken und gleichzeitig Planungs-, Zeit- und Qualitätsabweichungen zu minimieren. Maßnahmen sind u. a. effiziente Logistik, standardisierte Planung, stringentes Risikomanagement und enges Lieferantenmanagement. Beispiele sind Bauträger wie Goldbeck oder Max Bögl, die mit industriellen Fertigungsverfahren (Fertigteilwerke) und integrierten Bauleistungen Geschwindigkeit, Sicherheit und Kostenvorteile kombinieren. Ein Kostenfokus eignet sich insbesondere im öffentlichen und bei preissensitiven Aufträgen, da hier der günstigste Anbieter den Zuschlag erhält. Die Chancen dieser Strategie sind Wettbewerbsfähigkeit im hartumkämpften Billigsegment und relativ stabile Margen durch Effizienz. Die Risiken liegen in sehr schmalen Gewinnspannen und in der Verwundbarkeit gegenüber Rohstoff- und Lohnkostensteigerungen.
Differenzierung:
Bauunternehmen setzen hierbei auf erkennbare Zusatznutzen, für die Kunden bereit sind, höhere Preise zu zahlen. In der Baubranche entstehen Differenzierungsvorteile v. a. in vier Feldern: Terminsicherheit und Beschleunigung (z. B. durch optimierte Logistik und Vorfertigung), Nachhaltigkeit (ökologische Gebäudezertifikate und CO₂-Effizienz), Kompetenz in komplexen Bauwerken (Referenzen für Spezialbauten wie Krankenhäuser oder Tunnel) und Service/Kundenorientierung (transparente Kommunikation, Nachbetreuung). Ein differenzierter Anbieter hebt sich etwa durch hohe Planungsqualität, besondere Materialien oder umfassenden Gewährleistungsservice ab. Die Chancen liegen in höheren Verkaufspreisen, präferierten Vergaben (bei Projekten mit Qualitätsfokus) und Kundenloyalität. Die Risiken sind höhere Produktionskosten (z. B. für Spezialmaterialien) und die Gefahr, dass die Zielgruppe das Premium nicht honoriert. Porters Modell warnt davor, versucht man, gleichzeitig eine starke Kosten- und Differenzierungsstrategie zu verfolgen, so erzielt man oft weder den einen noch den anderen Vorteil.
Differenzierungsfelder im Bau (Auszug):
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Verlässliche Termine (schnellere Fertigstellung)
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Lebenszyklus-Nachhaltigkeit (DGNB/BNB-Zertifizierungen)
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Spezialwissen für komplexe Bauvorhaben (z. B. Klinik- oder Infrastrukturprojekte)
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Umfassender Kundenservice (digitale Visualisierung, transparente Kommunikation)
Vergleich: Kostenführerschaft vs. Differenzierung (Bauunternehmen)
| Strategie |
Fokus |
Kennzeichen |
Beispielunternehmen |
| Kostenführerschaft |
Minimierung aller Bau- und Gemeinkosten |
Standardisierung, Lean Construction, große Lose, enge Kalkulation |
Goldbeck, Max Bögl (Serienbau) |
| Differenzierung |
Einzigartige Leistungen und Service |
Terminsicherheit, Nachhaltigkeit, Qualität, Serviceinnovationen |
z. B. Spezialisten für Green Buildings |